Wer liest beim Lit.Fest. 2015 in Stuttgart?

„Zigarette?“, fragt Pascal.

Es ist Mitternacht und kalt hier draußen. Keine künstlichen Lichter auf dem Feld.

Wir stehen im Weinberg, bereit zur finalen Entscheidung, wen wir hören wollen.

Bei einigen fiel es uns leicht, denn beispielsweise die Vorstellung

nackt zu sein

beeinflusst uns so, dass wir gar nicht anders können, als jubelnd durch den Kräherwald zu rennen. Allerdings müssen wir uns danach selbstkritisch fragen:

„Warum schweigen die Wälder?“

Bei diesen tiefgründigen Gedanken stört uns ein

Rasenmäher auf der Balz

was Pascal zur gewagten These verleitet

„Taubendreck ist das Glück der Stadt, so ist das nämlich, wenn man die Sternschnuppen nicht sehen kann.“

Bei manchen fällt uns die Entscheidung schwerer, manchmal brauchen wir einfach ein bisschen, bis der Groschen fällt. Es tut uns leid und zurecht werdet ihr jetzt sagen:

„Hut ab, Leute, ihr scheint blind geworden zu sein für die Dinge, die im Leben wirklich von Bedeutung sind.“

Und Pascal nickt.

Dann kratzt er sich am Kopf und sagt leise: „Ja, ich weiß bescheid.“

Um uns auf andere Gedanken zu bringen, erledigen wir nützliche Hausarbeiten. Pascal putzt, während ich Suppe koche.

(Jetzt wird es peinlich, denn ich muss euch gestehen, dass ich Pascal von Zeit zu Zeit „Mutter“ nenne.)

Dampfend stelle ich ihm eine Schüssel hin, und er:

Oh, nein, ich kann meine Suppe gerade nicht essen, ich muss ja putzen.

Damit sie sich bei ihren intensiven Putzaktivitäten nicht zu sehr aufheizt, nippt die Mutter gerne am Gletscherwasser. Gletscherwasser hat keinen Nachgeschmack. Den haben nur Erinnerungen.

Erinnerungen ist das Stichwort, das mich in die Berliner U-Bahn katapultiert und eine weitere Frage aufwirft:

„Wer hat diese hässlichen Polsterbezüge entworfen?“

Sofort wird mir klar, dass diese Frage zu weit führt. Wir haben uns schließlich getroffen, um die Einsendungen zu diskutieren. Stattdessen rennen wir durch den Wald und putzen und essen Suppe. Mir wird klar, das wird heute nichts mehr und springe auf. Ich bin bereit für die letzte Flucht.

 

Und nun die Namen, in Reihung der Andeutungen:

Philipp Neudert

Lisa Kempter

Claire Walka

Thomas Bissinger

Kathleen Kennedy

Annika Eichstädt

Elvira Santos

Marion Schäuble

Henrik Pohl

Robin Baller

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für die spannenden, interessanten, aufregenden, verstörenden, lustigen Einsendungen und gratulieren den Nominierten.

Wir freuen uns jetzt schon auf ein wunderbares Lit.Fest.Stuttgart!

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